Die Gerhard Richter Kunststiftung hat der Nationalgalerie 100 Werke als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. In der Neuen Nationalgalerie wird diese Leihgabe erstmals in ihrer Gesamtheit gezeigt.
Zentrales Werk der Ausstellung ist die Serie „Birkenau“ (2014), die aus vier großformatigen, abstrakten Gemälden besteht. Sie ist das Ergebnis von Richters langer und intensiver Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Möglichkeiten seiner Darstellung.
Grundlage der Arbeit sind vier Fotografien aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, die der Künstler auf vier Leinwände übertrug und nach und nach übermalte. Mit jeder Farbschicht verschwand die Darstellung der fotografischen Vorlage ein wenig mehr, bis sie schließlich unsichtbar wurde.
Zur Werkserie gehört auch ein großer vierteiliger Spiegel, der den vier Birkenau-Leinwänden gegenübergestellt ist und eine weitere Reflexionsebene schafft.
Neben der Birkenau-Serie werden weitere Leihgaben aus verschiedenen Schaffensphasen Richters gezeigt, darunter „Besetztes Haus“ (1989) und „6 stehende Scheiben“ (2002). Hinzu kommt eine weitere große Werkgruppe aus Richters bemerkenswerter Serie übermalter Fotografien.